SSW 26+2 Schwangerschaft

Geburt
Der Kaiserschnitt wurde an dem Tag noch möglichst lange herausgezögert, bis meine Blutwerte nichts weiter zuliessen. Um 13:05 Uhr kam unser Sohn Laurin Maël mit 710 g zur Welt. Laurin wurden im Nebenzimmer versorgt und erhielt ein C-Pap.
Ich hörte und sah ihn an diesem Tag nicht, mein Gesundheitszustand lies dies nicht zu. Aufgrund der hohen Blutdruckwerte wurde bei mir eine Hirnblutung befürchtet. Der Papa durfte glücklicherweise sofort zu ihm.
Zeit auf der Neonatologie
Ich konnte Laurin erst am Tag nach der Geburt auf der Neonatologie besuchen. Laurin hatte am dritten Lebenstag einen Lungenkollaps, er wurde reanimiert und sofort intubiert. Dazu bekam er eine weitere Lungenreife und eine Drainage um die Luft im Bauch abzusaugen. Da dies sehr schmerzhaft ist wurde er möglichst wenig bewegt. Kurz darauf hatte Laurin eine Lungenentzündung. Laurin war knapp 3 Wochen intubiert, danach am C-Pap, zwischendurch am Duo-Pap (hört sich wie eine Dampflokomotive an), wieder am C-Pap, dann Highflow und bis quasi zum Schluss an der Nasenbrille.
Laurin hatte mehrere Infekte, der schlimmste neben der Lungenentzündung war mit 2 Monaten als wir knapp an der NEC vorbei schrammten. Leider wurden dadurch die Stillversuche abgebrochen, weil er nichts mehr essen durfte, danach hatte es nie mehr richtig geklappt. Eine Bluttransfusion gab ihm etwas mehr Farbe.
Nach 7 Wochen - an Silvester konnten wir die Intensivstation verlassen. Durch einen MRSA Keim wurden wir die ganze Zeit isoliert und gingen daher direkt von der Halbintensiv nach Hause. Kurz vor dem Austritt musste er den Listenbruch operativ schliessen lassen. Laurin war 102 Tage im Spital.
Ernährung Frühchen

Zeit nach der Neonatologie
Laurin hatte einen Reflux und eine Milcheiweissallergie. Die Spezialmilch musste angedickt werden. Da sein Interesse nicht dem Essen galt ist er noch heute etwas leicht. Ansonsten hatte er keine gesundheitlichen Einschränkungen. Laurin hatte eine "linkslastigkeit" und daher einen schiefen Kopf. Mittels Physiotherapie und Craniosacraltherapie wurde er während gut 9 Monaten bei der Entwicklung unterstützt.
Wir haben Laurin das erste halbe Jahr vor grossen Menschenmengen geschützt und Besucher gebeten nach dem ÖV die Hände zu waschen (das war vor Corona ;-) ). Laurin bekam für den ersten Winter die RSV Impfung sowie jeden Winter die Grippen Impfung.
Er ging dann mit 10 Monaten in die Kita.
Laurin hatte bis er 2,5 Jahre alt war den Entwicklungsrückstand komplett aufgeholt.
Der RSV hatte uns dann mit 3 Jahren denoch für eine Woche ins Krankenhaus gebracht.
Tipps für Frühcheneltern
Ich empfehle allen Frühcheneltern die psychologische Hilfe während oder nach der Spitalzeit anzunehmen. Sei es von den Psychologen im Spital oder von anderen betroffenen Eltern. Es tut gut Ängste und Sorgen, aber auch Freuden auszutauschen. Jeder Fall ist anders, denoch können andere Eltern den Weg und die Meilensteine aufzeigen, was Ärzte teilweise nicht konnten oder wollten.
Ich habe jeden Tag im Spital ein Foto gemacht sowie Tagebuch geführt. Das Aufarbeiten dieses Tagebuches hat mir später enorm geholfen. Der emotionale Rückfall kommt oft erst nach dem Spitalaufenthalt.























