Parenterale Ernährung

Bei Babys mit einem gesunden Verdauungstrakt erfolgt die Nahrungsaufnahme über das Trinken und die Verdauung. Dadurch wird der Körper mit allen Nährstoffen versorgt, die er für Wachstum und Entwicklung benötigt. Bei Frühgeborenen oder kranken Babys ist diese Art der Nahrungsaufnahme manchmal noch nicht oder nicht ausreichend möglich, sodass die Zufuhr der notwendigen Nährstoffe ganz oder teilweise über das Blut erfolgen muss.
Was ist parenterale Ernährung?
Die parenterale Ernährung ist eine Form der künstlichen Ernährung, bei der die Nährstoffe über die Blutbahn zugeführt werden, wodurch der Verdauungstrakt umgangen wird. Dies ähnelt der Nährstoffversorgung eines ungeborenen Kindes im Mutterleib über die Nabelschnur. Über eine sogenannte intravenöse Infusion wird dem Patienten eine sterile Flüssigkeit verabreicht, die wichtige Nährstoffe enthält.
Wann ist bei Babys eine parenterale Ernährung notwendig?
Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen ist besonders wichtig für ein gesundes Wachstum und die Gehirnentwicklung, sowie um Wachstumsstörungen und Nährstoffmängel zu verhindern. Bestimmte Babys sind, solange sie nicht ausreichend über den Mund oder eine Magensonde ernährt werden können, auf parenterale Ernährung angewiesen:
- Sehr unreife Frühgeborene (das sind Frühgeborene, die vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen) in den ersten Lebenswochen
- Babys mit bestimmten Erkrankungen des Verdauungstraktes (z.B. Erkrankungen von Speiseröhre, Magen und/oder Darm)
Heutzutage wird angestrebt, Frühgeborenen und kranken Neugeborenen bereits am Tag der Geburt oder in den ersten Lebenstagen geringe Mengen enterale Ernährung über eine Sonde zuzuführen. Viele Babys, die auf parenterale Ernährung angewiesen sind, werden also nicht ausschliesslich über die Blutbahn ernährt, sondern erhalten zusätzlich auch sogenannte enterale Ernährung. Wenn die enterale Ernährung gut vertragen wird, sollte diese einem Spitalprotokoll folgend zunehmend erhöht und die parenterale Ernährung gleichzeitig entsprechend verringert werden.
Wie wird parenterale Ernährung verabreicht?
Der Inhalt des Beutels gelangt über einen sehr feinen Schlauch direkt in die Blutbahn des Babys. Mögliche Einstichstellen sind z.B. Bauchnabel, Hand, Fuss oder Stirn. Wie lange ein Baby parenteral ernährt wird, hängt vom Verlauf des enteralen Nahrungsaufbaus ab – je nachdem, wie schnell der schrittweise Übergang erfolgen kann und wie lange es dauert, bis das Baby ohne parenterale Ernährung ausreichend versorgt werden kann.
Zusammensetzung von parenteraler Ernährung
Parenterale Ernährung wird als Flüssigkeit mit standardisierter oder individualisierter Zusammensetzung verabreicht. Standardisierte Beutel werden in Krankenhausapotheken oder durch kommerzielle Hersteller produziert. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie auf der Neugeborenen-Intensivstation vorrätig gelagert werden können und dadurch eine frühzeitige Verabreichung von parenteraler Ernährung, bereits ab dem ersten Lebenstag, gewährleisten. Individualisierte Zusammensetzungen werden meist für Babys mit speziellen Bedürfnissen benötigt. Infolge der individuellen Herstellung auf Grundlage einer Verschreibung dauert es etwas länger, bis sie der Station zur Verfügung stehen.
Parenterale Ernährung liefert folgende Nährstoffe:

Was Mütter tun können, während ihr Baby auf parenterale Ernährung angewiesen ist:
Auch in der Zeit, in der ein Baby auf die parenterale Ernährung angewiesen ist, ist es wichtig, dass die Mutter den Milchfluss anregt und in Gang hält. So kann das Baby baldmöglichst mit Muttermilch durch enterale Ernährung und schliesslich durchs Stillen versorgt werden.
Quelle: Efcni.org























