SSW 34+3 Schwangerschaft
Meine 4. Schwangerschaft....nach 12 Jahren nochmal schwanger - mit unserem Corona Wunder, eine Risikoschwangerschaft, wie sich später rausstellen sollte. Mein Körper fing gefühlt noch einmal bei Null an und liess mich dies auch ziemlich spüren. Extreme Übelkeit bis hin zur Dehydration, Krankenhaus, Zysten auf beiden Eierstöcken, Corona in der SSW 9 - wieder Krankenhaus und dann noch der Verdacht, dass Baby hätte einen Gendefekt. Ab der SSW 12 die gesicherte Diagnose Plazenta praevia totalis, es wird höchstwahrscheinlich wieder ein Kaiserschnitt werden, wenn die Plazenta nicht hochwandert. Dies tat die Plazenta leider nicht. Der Gendefekt konnte zum Glück ausgeschlossen werden. Ein ausführlicher Organultraschall in der SSW 20 lieferte auch noch einmal Entwarnung. Im November, in der SSW 22+2 wachte ich nachts dann mit starken Blutungen auf und kam sofort mit der Ambulanz ins Spital. Dort angekommen wurde zuerst einmal nach dem Baby geschaut, dem Kleinen ging es zum Glück gut. Danach erhielt ich zum ersten Mal die Lungenreife und ein Aufklärungsgespräch fand statt. Sollten die Blutungen nicht aufhören müssten sie den kleinen Mann entbinden. Fix und fertig und total neben uns stehend, sollten mein Lebensgefährte und ich die Entscheidung treffen, wie nach der Entbindung verfahren werden soll. Entweder 100 Prozent alles medizinisch- menschenmögliche für das Baby zu tun oder ihn Palliativ zu begleiten. Wir entschieden uns für das Erste, alles für das Baby zu tun. Meine Blutung hörte zum Glück auf und es musste kein sofortiger Kaiserschnitt vorgenommen werden. Strenge Bettruhe, engmaschige Überwachung und acht Tage Krankenhaus folgten. Bis zum nächsten Krankenhausaufenthalt am 27. Dezember, wieder wegen starken plötzlichen Blutungen, hatte ich zwischendurch 2 leichtere Blutungen, welche aber von alleine wieder aufhörten. Zudem musste ich 14-tägig zur Kontrolle zu meinem Frauenarzt. Dieser teilte mir dann mit, dass wir nun versuchen wenigstens die SSW 30/32 zu erreichen. Diese Wochen wären bei der Ausprägung meiner Diagnose, so das Zeitfenster für eine Entbindung. Wieder ein Frühchen, aber dies war uns ja schon vorher bewusst. Silvester durfte ich nach Hause, blieb im Januar sogar Krankenhausfrei, bis auf das Geburtsplanungsgespräch - geplanter Kaiserschnitt am 22.02.2022 in der SSW 36+0. Natürlich musste ich wie bereits seit SSW 22+2 auch zu Hause, überwiegend nur liegen und durfte nichts machen, ausgenommen Frauenarztbesuche. Nicht einmal warm duschen durfte ich, da das Blutungsrisiko zu hoch war. Eine Haushaltshilfe wurde trotz Anordnung meines Arztes von der Krankenkasse abgelehnt. Meine grossen Kinder und mein Lebensgefährte könnten ja alle Tätigkeiten übernehmen. Der Opa kam dann für einige Wochen zu uns und half tatkräftig mit. Das war ein Glück. Bis zur 33+0 war ich dann tatsächlich einigermassen Blutungsfrei. Musste mittlerweile wöchentlich zum Frauenarzt. Bis zu dem Morgen in der SSW 33+0, da hatte ich dann wieder eine starke plötzliche Blutung und wir fuhren in Krankenhaus. Dort behielt man mich stationär und ich bekam noch einmal Lungenreife. Die Ärzte entschieden sich dann für einen geplanten Kaiserschnitt in der SSW 34+3, am 10.02.2022, vorausgesetzt ich schaffe es bis dahin.

Geburt
Am 10.02.2022 fand dann der geplante Kaiserschnitt statt. Ich sollte eine PDA bekommen, diese erhielt ich auch, doch leider wirkte sie nicht in vollem Umfang. Ich spürte alles, bis zu dem Punkt als der Schmerz nicht mehr aushaltbar wurde. Man entschied sich umgehend für eine Vollnarkose und ich verpasste quasi wieder die Geburt meines Kindes. Der Papa musste den OP, aufgrund der Vollnarkose leider auch mitten im Kaiserschnitt verlassen. Um 11.24 Uhr wurde Henry mit 2220g und 49cm geboren. Er wurde sofort von den Kinderärzten versorgt. Ich wachte aus meiner Vollnarkose erst um ca. 14.30 Uhr in einem Kreisssaalzimmer, wieder auf. Papa hatte den kleinen Mann zwischenzeitlich kurz in einem mobilen Inkubator gesehen, bevor er auf die Kinderstation kam. Dort durfte ich ihn abends für ein paar Minuten sehen, an dem gleichen Abend entschied man sich, ihn vorsorglich auf die Neo zu verlegen, da er Probleme bei der Atmung aufwies.
Zeit auf der Neonatologie
Henry lag insgesamt 12 Tage auf der Neonatologie und 6 Tage mit mir zusammen auf der Kinderstation. Er hatte unter der Geburt einen Pneumothorax links erlitten, dies erklärte die schwere Atmung. Desweiteren hatte er folgende Diagnosen: - Atemnot ( Respiratory distress ) - Apnoe-Bradycardie- Symptomatik - Hyperbilirubinanämie Er lag nicht im Inku, nur im Wärmebettchen. Er erhielt Coffein, Eisen, Vitamin K, Ampicillin, Gentamicin, Vitamin D ( m/o Flour ),Vitamin D3, Infusion, maschinelle Beatmung 23h, CPAP 174h, Hochfrequenzbeatmung, maximaler Sauerstoffbedarf 66% bis zum 15.02.2022, Thoraxdrainage, Fototherapie 2 Tage, Physiotherapie nach Vojta.
Ernährung Frühchen
Muttermilch bekam Henry auf der Neo via Sonde, auf der Kinderstation entschied ich mich auf Nachfrage der Schwester, für die Gabe per Fläschchen. Leider hatte ich nachdem wir Zuhause waren keine Muttermilch mehr und er bekam dann Bebivita Pre HA Milch. Seitdem er 4 Monate alt ist erhält er in Absprache mit unserer Kinderärztin Bebivita Folgemilch 1, von einer Umstellung auf die 2er , rät sie aktuell ab. Zudem isst er seit dem 5. Monat mittags Beikost, seitdem er 6 Monate alt ist, isst er auch morgens und abends Brei. Obst-Quetschies, Maisstangen und Babykekse findet er übrigens auch super. Morgen wird er 8 Monate alt, Zähne sind noch keine sichtbar, er zahnt aber seit Wochen. (Stand: Oktober 2018). Milch trinkt er nur noch 120ml morgens und abends, manchmal nachts, denn eigentlich schläft er schon seit Monaten durch.
Zeit nach der Neonatologie
Wir fanden ziemlich schnell und gut in unseren Alltag Zuhause mit Frühchen und drei grossen Kindern im Pubertätsalter, rein. Henry entwickelt sich seitdem zum Glück super. Wir werden seit der U4 nicht mehr korrigiert, erhalten nur noch Physiotherapie nach Vojta, einmal wöchentlich. Aktuell wiegt er 8,5 kg, kann einige Zeit frei sitzen, trinkt ohne Hilfe aus seinem Griffbecher und isst Maisstangen, Obst oder Babykeks selbständig. Krabbelversuche startet er täglich. Henry war bis letzten Mittwoch nicht einmal krank, jetzt hat er leider eine Bronchitis die ihm anfangs sehr zu schaffen machte. Er ist allgemein ein sehr fröhliches Kind was viel lacht.
Tipps für Frühcheneltern
Ich empfehle jede Hilfe, bzw. jedes Hilfsangebot anzunehmen, egal von welcher Seite es kommt. Ich, bzw. wir waren froh über jede einzelne Hilfe die wir erhielten. Auch über jedes Gespräch war/en ich/wir froh. Aufmunternde, positive Gespräche taten unwahrscheinlich gut. Auch Gespräche mit anderen Eltern auf der Neo, aber auch einige Gespräche mit der im Spital ansässigen Psychologin. Facebookgruppen, Spielgruppen vor Ort, ebenso Eltern - Kind Frühstücksangebote, etc. zum Austausch finde ich super und werden von uns genutzt.